Vom Magen bis zur Mauer – eine Woche Peking

Gleich zu Anfang dieses Gastartikels ein Überlebenstipp für Peking Besucher: Überquere die Straße nur, wenn es auch die übrigen Passanten versuchen! Nachdem ich lange Zeit nur davon geredet habe meine Freunde Tina und Zhongde zu besuchen hat es nun endlich geklappt, eine Woche Peking! Der erste Eindruck von Peking? Groß. Das Terminal 3 in dem mein Flug endete sprengt wohl die Dimensionen der meisten Flughäfen in Europa (und ist laut Wikipedia das derzeit größte Gebäude der Welt). Der zweite Eindruck? Der Verkehr ist erstaunlich modern, ein Zug bringt einen zur Passkontrolle, die Autos auf den x-spurigen Straßen meist neuer als in Deutschland (Der Verkehr folgt allerdings seinen eigenen Regeln, siehe oben) und die Fahrräder und kleineren Transportwägen sind fast allesamt elektrisch betrieben. Zum Glück habe ich in der Woche meist das beste Wetter erwischt, und so konnte ich einiges unternehmen, sowohl das übliche Touristenprogramm als auch ein wenig am Leben der Einwanderer teilnehmen.

Gleich nach der Ankunft und nach Abholung durch Zhongde vom Flughafen der positive Preisschock, für ca 4-6 Euro zwei Personen mit wirklich leckerem Essen satt zu kriegen ist schon genial :D

Nach überwundenem Jetlag gings dann am nächsten Tag zu einem Fotomarkt im Westen der Stadt (Hätte man doch eine Canon oder Nikon!  So viele schöne gebrauchte Objektive) und von da aus mit dem Taxi (die bevorzugte Transportmethode sofern der Fahrer sich gewaschen hat) zur Verbotenen Stadt. Das Gelände ist wirklich imposant, es lohnt sich auf jeden Fall einen elektronischen Guide zu leihen (Allein schon wegen der teilweise recht amüsanten Texte) und viel Zeit mitzubringen.

VerboteneStadt

Die Halle der höchsten Harmonie in der Verbotenen Stadt

Tags drauf dann der neue Sommerpalast, ein wenig überlaufen, aber auf jeden Fall sehenswert. Abends besuchten wir dann zusammen mit zwei weiteren Freunden ein Restaurant mit eingebauter Varietevorführung, bestehend aus Gesang, Artisten, Kämpfern (ich frage mich immer noch wie er eine Nadel durch eine Glasscheibe rammen konnte?!?) und Musik. Verwegen habe ich vor lauter Begeisterung zwei Gerichte bestellt ohne genau hinzusehen und konnte mich daraufhin an einem vorzüglichen Schafsmagen erfreuen (Doch, er war wirklich lecker!).

Der neue Sommerpalast vom See aus

Der neue Sommerpalast vom See aus

Sonntags war das Wetter leider nicht so großartig, umso besser dafür die Entdeckung, dass man sich auf dem Yashow Markt für ca 170 Euro einen Maßanzug mitsamt Weste sowie zwei Maßhemden schneidern lassen kann. Sowieso sind die Märkte einer der besten Teile Pekings, wer mit Begeisterung um fast alles mögliche feilschen möchte ist hier an der richtigen Stelle. Und wenn nach langem Marsch die Füße schmerzen, hilft nichts besser als eine 90 minütige (!) Fußmassage im Taipan inklusive Essen, Trinken und Masseurinnen die sich über meine großen Latschen amüsiert haben (Sauerei!).

Nachdem mich Tina und Zhongde mit ein paar rudimentäre Brocken Chinesisch ausgerüstet hatten, fühlte ich mich dann auch gewachsen allein durch Peking zu bummeln (erstaunlich wie gut man sich mit Händen und Füßen unterhalten kann) und habe mir so den Himmelstempel und den Perlenmarkt angesehen. Ersterer hat mir wirklich gut gefallen, sobald man die Horden von Touristen und Karaokesängern hinter sich gelassen hat und in die etwas ruhigeren Bereiche des Parks vorgedrungen ist (z.B. Palast der Abstinenz, da war fast völlige Menschenleere). Wer ein wenig abseits der üblichen Touristenpfade wandelt sieht aber auch in der vor Olympia 2008 aufgeräumten Stadt noch hier und da Arbeitersiedlungen mit zerfallenden Häusern, Müllbergen und Menschen die sich einfach mal auf der Straße waschen.

An meinem letzten kompletten Tag in Peking hatte Zhongde einen Fahrer mitsamt Wagen organisiert der uns dann zum ca 80 km entfernten  Abschnitt der Chinesischen Mauer bei Mutianyu fuhr. Dort angekommen schlägt man sich durch den Dschungel der Standverkäufer bis zur Aufstiegstreppe (Oder für weniger ambitionierte Besucher bis zur Talstation der Seilbahn), die zur Mauer führt. Es waren erstaunlich wenig Touristen unterwegs, was vielleicht an der etwas weiteren Anreise liegt. Das restaurierte Teilstück ist laut Wikipedia ca 2,2 km lang, fühlt sich aber durch die vielen Steigungen deutlich länger an ;) Trotz (oder wegen?) eines kleinen Schneeschauers war dies für mich der beeindruckendste Anblick während meiner Reise. Hinunter gings dann ganz im Stile der chinesischen Kaiser mit einer Sommerrodelbahn… Ich fürchte für weniger Tourismus muss man dann doch noch ein wenig weiter von Peking wegfahren.

Die chinesische Mauer bei Mutianyu

Die chinesische Mauer bei Mutianyu

Viel zu schnell ist diese Woche vorbeigegangen, ich glaube ich habe in diesen 6 Tagen mehr Eindrücke und Erlebnisse gesammelt als sonst in einem Monat auf Reise, definitiv zu viel um alles hier zu beschreiben. Bei Tina und Zhongde möchte ich mich auch hier nochmal ganz herzlich bedanken für die klasse Zeit die wir zusammen hatten, ich freue mich jetzt schon auf meinen nächsten Besuch!

Sport

P.S.
Wer Peking verlässt ohne Peking-Ente gegessen zu haben, ist selber schuld… Sehr lecker!

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Ein Kommentar zu “Vom Magen bis zur Mauer – eine Woche Peking”

  1. Verena sagt:

    Uiii ich freu mich schon! :)

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